Glutathion

Sog. „reaktive Sauerstoff-Spezies“ oder auch „Sauerstoff-Radikale“ sind körpereigene Moleküle mit möglicherweise schädlichen Wirkungen, wenn Sie in großen Mengen auftreten. Die Folgereaktionen bei dem Auftreten großer Mengen von Sauerstoff-Radikalen bezeichnet man als „Oxidativen Stress“. Oxidativer Stress ist verbunden mit der Beeinträchtigung zellulärer Funktionen, insbesondere auch von Zellen des Immunsystems.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass oxidativer Stress bei einer Tumorerkrankung selbst, aber auch bei der damit verbundenen Chemotherapie und Bestrahlung, auftritt.

Es gibt Moleküle, die Sauerstoff-Radikale inaktivieren und dadurch unschädlich machen können. Man bezeichnet diese Moleküle zusammenfassend als „Anti-Oxidantien“.

Glutathion ist ein solches Anti-Oxidans, welches durch Inaktivierung von Sauerstoff-Radikalen die Folgen von oxidativem Stress abmildert. Mit anderen Worten: ein Mangel an Glutathion ist ein Risiko für verstärktes Auftreten von oxidativem Stress.

Konkrete Hinweise auf eine wichtige Rolle des Glutathions bei Zellen des Immunsystems stammen von Untersuchungen bei HIV/AIDS-Patienten, bei denen ein Glutathion Mangel offensichtlich zu dem Verlust der sog. „CD4-positiven“ T-Zellen beiträgt. Auch bei anderen Defekten des Immunsystems scheint der Glutathion-Haushalt gestört zu sein.

Neben der Rolle im Immunsystem sind im Zusammenhang mit Brustkrebs auch Studienergebnisse relevant, die eine Schutzwirkung von Glutathion bei den Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung nahe legen.

Wichtig ist, dass ein Glutathion-Mangel nicht nur durch gezielte Untersuchungen festgestellt werden kann, sondern dass der Mangel auch durch geeignete Nahrungsergänzung ausgeglichen werden kann.

Literaturstellen

  • Townsend et al.
    The importance of glutathione in human disease
    Biomedicine and Pharmacotherapy 57 (2003) 145-155

    Wu et al.
    Glutathione metabolism and its implications for health
    The Journal of Nutrition 134 (2004) 489-492

    In diesen beiden Übersichtsarbeiten wird die Rolle von Glutathion bei Erkrankungen übersichtlich dargestellt.
    Erkrankungen bei denen eine Rolle von Glutathion diskutiert wird sind Krebserkrankungen, Neuro-Degenerative Erkrankungen, cystische Fibrose und HIV Infektion.

  • Dröge & Breitkreutz
    Glutathione and immune function
    Proceedings of the Nutrition Society 59 (2000) 595-600

    Dröge & Breitkreutz beschäftigen sich in ihrer Arbeit mit der Rolle von Glutathion und der Funktion des Immunsystems. Sie weisen auf die Bedeutung des intrazellulären Glutathions für die optimale Funktion von Immunzellen hin. Sie berichten auch über zwei klinische Studien, die Hinweise liefern auf die positive Wirkung von N-Acetylcystein bei HIV Infektionen.

  • Conklin
    Dietary antioxidants during cancer chemotherapy: Impact on chemotherapeutic effectiveness and development of side effects
    Nutrition and Cancer 37 (2000) 1-18

    Conklin
    Chemotherapy-associated stress: Impact on chemotherapeutic effectiveness
    Integrative Cancer Therapies 3 (2004) 294-300

    Conklin geht in seinen Arbeiten auf die Bedeutung des Glutathions für die Wirkung und Nebenwirkung bei einer Chemotherapie ein. So diskutiert er die Hypothese, dass oxidativer Stress sowohl die Wirkung einer Chemotherapie beeinträchtigt, als auch deren Nebenwirkungen steigert.

  • Van der Veen et al.
    Glutathione homeostasis is disturbed in CD4-positive lymphocytes of HIV-seropositive individuals
    European Journal ofClinical Investigation 28 (1998) 187-193

    Roederer et al.
    CD4 and CD8 T cells with high intracellular glutathione levels are selectively lost as the HIV infection progresses
    International Immunology 3 (1991) 933-937

    Diese beiden Arbeiten beschäftigen sich mit Rolle von Glutathion in der Krankheitsentstehung der HIV Infektion und dem damit assoziierten Immundefekt.

  • Dröge und Holm
    Role of cysteine and glutathione in HIV infection and other diseases associated with muscle wasting and immunlogical dysfunction
    FASEB Journal 11 (1997) 1077-1089

    Aukrust et al.
    Decreased levels of total and reduced glutathione in CD4+ lymphocytes in common variable immunodeficiency are associated with activation of the tumor necrosis factor system: possible immunopathogenic role of oxidative stress
    Blood 86 (1995) 1383-1391

    Dröge und Holm und Aukrust und Kollegen haben die Rolle von Glutathion auch bei anderen Immundefekten herausgestellt. Dröge und Holm diskutieren auch therapeutische Optionen.

  • Toyokuni et al.
    Persistent oxidative stress in cancer
    FEBS Letters 358 (1995) 1-3

    Toyokuni und Kollegen haben in ihrer Übersichtsarbeit die Rolle von oxidativem Stress in der Tumor-Biologie diskutiert. Sie fassen Befunde zusammen, die darauf hinweisen, dass oxidativer Stress biologische Prozesse befördert, die wiederum das Tumorwachstum und die Metastasierung fördern.

Diese Seite drucken Diese Seite drucken